Neues Naturreservat am Loschebach bei Peterswald/Petrovice

Zwischen Tyssa und Peterswald fließt in etwa süd-nördlicher Richtung der Loschebach, volkst. ”die Losche”, tschechisch Olšový potok. Von rechts nimmt er den Tampelbach (Rájecký potok) auf und bildet ab hier den Grenzbach zwischen Sachsen und der Tschechischen Republik.



Der weitgehend naturnahe Bach mit einer ungewöhnlich reichen Strukturvielfalt zeichnet sich durch viele Mäander, Tümpel und feuchte Standorte aus. So ist es verständlich, dass diese Bachaue schon vor drei Jahren bei der botanischen Kartierung die Aufmerksamkeit der Naturforscher auf sich zog.
Die Verwaltung des Landschaftsschutzgebietes Labské pískovce (Elbsandsteingebirge) beschloß darauf, dieses Gebiet zum Naturreservat auszuweisen. Nach der durchgeführten floristischen und zoologischen Inventarisation war es notwendig die Abgrenzung des Reservates zu bestimmen, geometrische Vermessungen vorzunehmen und mit den Eigentümer der Parzellen den Pflegeplan des Reservates abzustimmen. Auch auf sächsischer Seite wird an einer Schutzgebietausweisung unmittelbar angrenzend an das Schutzgebiet gearbeitet.

Nun einiges zur Charakteristik des Naturschutzgebietes, das eine Fläche von etwa 17 ha einnnimmt.

Geologische Gegebenheiten: Das Grundgestein bildet das Erzgebirgische Kristalinikum, welches von Orto-Gneis dargestellt wird. Die Hänge des breiten Tales werden von deluvialen und lehmsteinigen Sedimenten aus der Quartärzeit bedeckt. Die jüngsten Sedimente bilden lehmsteinige Anschwemmungen des Loschebaches. Am nördlichen Rand des Loschebaches verläuft die Grenzlinie zwischen Sandstein und Gneis. Der Bereich dieser Grenzlinie ist außergewöhnlich quellenreich und versorgt das Loschebachtal reichlich mit Wasser.

Aus botanischer Sicht handelt es sich um eine gut erhaltene und wertvolle Bauchaue mit Vegetationsfragmenten sumpfiger Standorte und Trockenstellen. Wir finden hier z. B. die Trollblume (Trollius europaeus), den Bärwurz (Meum athamanticum) oder die Kriechweide (Salix repens).

An selteneren Tierarten sind hier u. a. zu finden: die Bachforelle (Salmo trutta), der Springfrosch (Rana dalmatina), die Kreuzotter (Vipera berus) oder auch der Fischotter (Lutra lutra).

Ein besonderes Naturschutzanliegen ist auch die Erhaltung eines geeigneten Lebensraumes für den bedrohten Wachtelkönig (Crex crex), was durch den Termin der Grasmahd in der zweiten Juli-Hälfte gewährleistet wird. Um der Entomofauna günstige Entwicklungsmöglichkeiten zu sichern, ist vorgesehen, das Mähen auf unterschiedlichen Flächen zu unterschiedlichen Jahrreszeiten durchzuführen. In der Zukunft sollen hier einige kleine Wasserflächen saniert oder neu angelegt werden. Die Ausweisung als Reservat erfolgte am 4. April 2002.

P. Bauer 1. 6 . 2002