Der Lachs (Salmo salar L.)

Diese Fischart bewohnt die nordischen Meere und wandert in den Flüssen aufwärts, um ihren Rogen in den Quellbächen und kleineren Flüssen abzulegen. In unsere Bäche kam er über die Elbe und war noch Anfang des 19. Jh. ein häufig anzutreffender Fisch nicht nur hier im Kamnitzbach, sondern auch in der Eger, der Moldau und anderen Zuflüssen der Elbe. In dem klaren, rasch fließenden, sauerstoffreichen und kühlen Gebirgsgewässer kam es dann zur Laichung. Die befruchteten Lachseier entwickelten sich zu kleinen Fischen, die noch 1 bis 3 Jahre im Fluß lebten, bevor sie die rund 600 Kilometer lange Reise stromabwärts bis Hamburg antraten. Wenn sie geschlechtsreif sind, kommen sie dann elbaufwärts an den Ort zurück, wo sie ausgesetzt wurden. Der Zyklus konnte sich mehrmals wiederholen. Die Mehrzahl der Fische ging aber bei der langen Wanderung ein oder wurde Beute der Fischer.

Die Lachse kamen meistens in drei Wellen nach Böhmen - im März, Mai und im August. Bis ins 19. Jh., als die Zahl der Lachse noch groß war, hatte die Lachswanderung eine große wirtschaftliche Bedeutung. Aus jener Zeit wird erzählt, daß die Lachse in der Elbe und deren Zuflüssen so häufig waren, daß die Dienstboten nicht öfter als zweimal in der Woche Lachs essen wollten.

Seit 1830 nahmen die Lachszüge immer mehr ab. Die Verbauung der Laichgewässer mit Wehren und die Verschmutzung waren die Hauptursachen für das Aussterben des Elblachses. Um ihn zu mildern, wurde 1870 am Kamnitzbach eine Brutanstalt für einheimische Lachse errichtet, die aber um 1914 aufgelassen worden ist. Da das Wasser später von der Papierfabrik in Böhmisch-Kamnitz stark verschmutzt wurde, kamen immer weniger Lachse in den Kamnitzbach, so daß der letzte im Jahre 1923 gefangen wurde. In der Elbe wurden Lachse noch um 1947 gesichtet.

Am Ende des 20. Jh., als sich die Wasserqualität erheblich verbessert hatte, entschloß man sich, den Lachs wieder in den heimischen Gewässern anzusiedeln. 1994 wurde das Projekt „Elbelachs 2 000“ ins Leben gerufen, wofür Eier der Wildlachse aus Schweden nach Sachsen gebracht wurden. Bis zum Frühjahr 1995 wurde daraus die erste Lachsgeneration gezüchtet, die später in die Nordsee hinabschwamm. Im Jahre 1998 kam es zur Aussetzung von Lachsen auch in einigen Zuflüssen des Kamnitzbaches, der Polzen und der Eger. Der erste böhmische Bach, in dem die Rückkehr der Fische erwartet werden kann, ist der Kamnitzbach. Ihren weiteren Weg gegen den Wasserlauf sperrten bis jetzt die Wehre der Klammen, die aber durch Übergänge für Fische passierbar gemacht wurden.

An die Relikt-Kiefernwälder der Felsenriffe schließen sich an weniger steilen Hängen die bodensauren Buchenwälder an, auf den Ebenheiten finden wir Kiefern-Eichenwald mit typischen Preisel- und Heidelbeersträuchern.