Grundwasser in der Sächsisch-Böhmischen Schweiz

Das Elbsandsteingebirge stellt einen wichtigen Raum für die Akkumulation des Grundwassers dar. Die Sandsteinschichten entstanden durch Festigung der Sedimente am Meeresboden vor nicht ganz 100 Millionen Jahren, in einer Epoche, die obere Kreidezeit genannt wird. Vor etwa 65 Millionen Jahren, als das Meer zurückwich, begann der Abtragungsprozess des weicheren Gesteins und es kam zur Herausbildung des heutigen Landschaftsbildes.

Der poröse Sandstein kann bis zu 15 % seines Volumens Wasser in sich aufnehmen. Das Regenwasser, welches auf die Sandsteinfelsen herabfällt, infiltriert fast vollständig und sickert bis zu dem Grundwasserspiegel hinab. Das gespeicherte Grundwasser bewegt sich bis zu den Entwässerungsorten, wo es als Quellen zur Oberfläche vordringt. Derartige Quellen finden wir z. B. links der Straße von Herrnskretschen/Hřensko nach Rainwiese/Mezní Louka. Die größte Menge des Grundwassers kommt aber im Bachbett der Kamnitz/Kamenice hervor. Das Wasser fließt dann in die Elbe, die in die Nordsee mündet. Es verdunstet und fällt wieder als Niederschlag herab. Dieser hydrologische Zyklus wiederholt sich ständig.

Die Fließgeschwindigkeit des Grundwassers beträgt etwa 2 Meter pro Tag. Der Raum der Sächsisch-Böhmischen Schweiz zeichnet sich durch eine enorme Versickerungsfähigkeit aus. Das bedeutet, daß fast alles Regenwasser (etwa 600 Liter pro Quadratmeter im Jahr) in das Grundgestein infiltriert, und daß es auf einer kleinen Fläche zu einer hohen Akkumulation des Grundwassers kommt. Das Grundwasser wird bevorzugt für die Wasserversorgung der Stadt Děčín/Tetschen verwendet. Entlang der Straße von Herrnskretschen nach Rainwiese sind sieben gebohrte Brunnen vorhanden, die die Stadt mit bis zu 140 Liter pro Sekunde versorgen.