Von der Neumannmühle zum Arnstein
Die 5. Etappe des Malerweges beginnt an der Neumannmühle. Direkt am Ausgangspunkt befindet sich ein
Mühlenmuseum, zu dem eine nahezu funktionsfähige Wassermühle gehört.
Schon nach wenigen Metern erreichen wir die Buschmühle. Für die sächsischen Bergsteiger besitzt sie einen besonderen Kultstatus. Beim Hochwasser im Jahr 2010 wurde die Mühle allerdings schwer beschädigt. Durch zahlreiche Arbeitseinsätze und finanzielle Unterstützung von Bergsteigervereinen und Liebhabern der Sächsischen Schweiz konnten sowohl die Mühle als auch die Wanderherberge anschließend vollständig wieder aufgebaut werden. Ein besonderes Highlight auf der hiesigen Speisekarte ist die "Knoblauchforelle".
Neben der Buschmühle befindet sich die Abzweigung nach Ottendorf. Gleichzeitig beginnt hier der Aufstieg zum Arnstein. Etwa auf halber Höhe macht der Malerweg eine scharfe Rechtskurve und setzt seinen Verlauf auf gleicher Höhe parallel zum Kirnitzschtal fort.
Wer den Arnstein besuchen möchte, kann von hier einen Abstecher einplanen und steil ansteigend zur ehemaligen
Burg Arnstein hinauf klettern. Auf dem Arnstein stand einst das Ottendorfer Raubschloss. Noch heute sind verschiedene
Überreste der ehemaligen Burganlage zu erkennen. Dazu gehören Treppen, eine Zisterne sowie in den Fels eingearbeitete Lagerpunkte für Holzbalken. Die Zisterne hat gewaltige Abmaße: 2 x 2 Meter und etwa 5 Meter tief (ehemals). Wenn die Zisterne mit fast 20m³ gefüllt war, konnten die Raubritter einer längeren Belagerung widerstehen. Dennoch wurde die Burganlage 1451 endgültig zerstört.
Einer Überlieferung zufolge soll auf der Burg Arnstein noch der Schatz eines Raubritters verborgen sein.
Kleinstein und Kleinsteinhöhle
Wieder zurück auf dem Malerweg führt die Route zum Kleinstein. Der markante Felsen ist ein beliebtes Klettergebiet und verfügt über immerhin 90 Kletterwege. Über eine Stiege gelangt man zur
Kleinsteinhöhle. Sie gilt als das zweitgrößte Felsentor der Sächsischen Schweiz. Bereits im Jahr 1820 wurde dieses Motiv vom Maler Ludwig Richter in einer Radierung dargestellt.
Nach dem Abstieg erreichen wir bald die Verlängerung des Kirnitzschtales. Der Borkenkäferbefall Ende der 2010 er Jahre hat hier heftige Spuren hinterlassen. Erfreulicherweise erobern sich aber Birken und junge Fichten die kurzzeitig kahlen Flächen schnell zurück. Die Kirnitzsch hat ihren Verlauf inzwischen nach Süden verändert; an dieser Stelle fließt nun der Saupsdorfer Bach. Leider müssen wir anschließend etwa 750 Meter entlang der Schandauer Straße bis zum Vorderen Räumicht wandern. Sobald die ersten Häuser auftauchen, verlassen wir die Straße gegenüber einem kleinen Parkplatz wieder und wechseln in den Wald. Dort beginnt der nächste Anstieg. Der Weg führt durch die Mühlschlüchte. Der Wald wurde hier allerdings stark abgeholzt, sodass dieser Abschnitt seinen früheren Charakter weitgehend verloren hat. Der Bereich ist dadurch deutlich heller geworden. Es bleibt zu hoffen, dass der zurückgelassene Holzbruch noch beseitigt wird und nicht der „naturbelassenen“ Fäulnis im Nationalpark überlassen bleibt.
Zum Großen Pohlshorn
Nach dem Aufstieg kommen wir an einer kleinen Schutzhütte vorbei und folgen dem Weg in Richtung Großes Pohlshorn. An einigen Stellen eröffnet sich auf der linken Seite ein freier Blick auf den aus Basalt bestehenden
Raumberg. Schließlich erreichen wir die beeindruckende
Aussicht am Großen Pohlshorn. Von hier reicht der Blick weit über die Hintere Sächsische Schweiz. Zu erkennen sind unter anderem Raumberg, Thorwalder Wände, Bärenfangwände, Großer Winterberg und Kleiner Winterberg. Im Vordergrund liegt der
Teichstein. Selbst die Kleinsteinhöhle lässt sich von diesem Aussichtspunkt aus erkennen. Anschließend müssen wir etwa 150 Meter zurück bis zum Malerweg. Von dort führt die Strecke steil hinunter zur Kirnitzsch. Nach der Überquerung der Kirnitzsch wartet bereits der nächste anspruchsvolle Abschnitt.
Der lange Anstieg in Richtung Teichstein führt über ein stark verzweigtes Wurzelgeflecht. Hier ist volle Konzentration erforderlich. Schließlich erreichen wir einen Forstweg. Von hier könnte der Aufstieg zum Teichstein fortgesetzt werden. Der Malerweg führt jedoch hinunter ins Tal zum Zeughaus.
Das Zeughaus
Das erste Gebäude, das wir im Tal erreichen, ist das 1901 errichtete königliche Jagdhaus. Hier verbrachte der letzte sächsische König gemeinsam mit der Königin während der Jagden im Revier seine „gemeinsame Freizeit“. Im Dezember 2014 wurde das Dach des Gebäudes neu gedeckt. Damit sollte die Voraussetzung geschaffen werden, das Haus wieder einer Nutzung durch die Nationalparkverwaltung zuzuführen.
Nur wenige Schritte weiter liegt das Zeughaus, das älteste Gebäude dieses Platzes. Das ursprüngliche
Zeughaus wurde bereits 1672 auf Veranlassung des Kurfürsten Johann Georg I. für dessen Jagdaufseher errichtet. Das heute vorhandene Gebäude stammt aus dem Jahr 1870 und wurde nach 1900 zunehmend gastronomisch genutzt. Direkt daneben befindet sich außerdem eine Nationalpark-Infostelle.
Nach einer Pause zur Stärkung setzen wir unsere Wanderung fort. Der Weg führt über die Wolfsschlüchte und den Roßsteig bergauf in Richtung Großer Winterberg.
Goldsteinaussicht und Waldbrandgebiet
Auf halber Höhe (zum Großen Winterberg) erreichen wir die
Goldsteinaussicht. Von hier reicht der Blick weit in den Großen Zschand. Früher führte der Talweg sogar bis nach Rainwiese (Menzni Louka). Im Vordergrund fällt besonders die glatte Sommerwand neben dem Klettergipfel Jortanshorn auf.
Zurück auf dem Malerweg entdecken wir bereits nach wenigen Schritten auf beiden Seiten des Weges Basaltdurchbrüche, die innerhalb des für diese Landschaft typischen Sandsteins auftreten. An der gleichen Stelle finden wir auch den unter Naturschutz stehenden, und hier reichlich wachsenden, wunderschönen
Roten Fingerhut. Achtung; der Rote Fingerhut (Digitalis) enthält einen Wirkstoff, der unkontrollierbare Herzrythmusstörungen verursachen kann!
Nach einiger Zeit verändert sich das Landschaftsbild deutlich. Wir erreichen eine große Fläche, die von den
Folgen des Waldbrandes von 2022 geprägt ist. Das Feuer hatte sich aus der Böhmischen Schweiz durch Funkenflug sehr schnell in Richtung Sächsische Schweiz ausgebreitet. Durch den großen Einsatz der Feuerwehren, des THW und privater Helfer konnte eine noch größere Katastrophe verhindert werden. Die deutschen Einsatzkräfte unterstützten außerdem nachhaltig die Löscharbeiten in der Böhmischen Schweiz, nachdem dort die vorhandenen Löschwasserreserven schnell aufgebraucht waren. Besonders erstaunlich ist heute der Anblick einer einzelnen großen Buche. Sie steht innerhalb des riesigen, rechts vom Weg gelegenen Feuerfeldes und konnte den Flammen offenbar widerstehen.
Der historische Fremdenweg
Die nächste größere Weggabelung wird durch den auffälligen
Katzenstein markiert. Wir halten uns links und erreichen wenig später einen historischen Wegweiser sowie ein Holzgeländer, das den Weg absperrt. An dieser Stelle verlief früher der historische Fremdenweg bis zum Prebischtor. In jüngerer Zeit gab es wiederholt Bestrebungen, diesen außergewöhnlichen Weg für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ob dies künftig tatsächlich möglich sein wird, bleibt abzuwarten.
Wir folgen dem Fremdenweg nun in entgegengesetzter Richtung. Teilweise ist der Weg durch austretende Quellen so feucht, dass man auf die Böschung ausweichen und über Bretterstege gehen muss. Anschließend durchqueren wir einen besonders schönen Buchenwald und erreichen schließlich den Großen Winterberg mit der
Nationalpark-Infostelle Eishaus.
Großer Winterberg
Das ehemalige Berghotel Großer Winterberg steht unmittelbar auf einem großen Basaltdurchbruch. Zum Gebäude gehört eine große Besucherterrasse, die allerdings keine Aussicht bietet. Der Buchenwald hat sich in den vergangenen 150 Jahren stark entwickelt und versperrt inzwischen den Blick auf die Elbe. Für die Maler des 18. und 19. Jahrhunderts war genau dieser
Blick häufig ein romantisches Motiv. Der vor einigen Jahren rekonstruierte Aussichtsturm konnte seit 2008 wieder genutzt werden. Aus bauphysikalischen Gründen wurde allerdings die höchste Etage entfernt. Ein vollständig freier Rundumblick ist deshalb nicht mehr möglich. Der Blick in Richtung Böhmen ist weiterhin frei. Auch der Blick auf den sächsischen Teil des Elbsandsteingebirges bleibt mit kleinen Einschränkungen möglich. Wer eine Stärkung benötigt, findet am Imbiss Speisen und Getränke.
Abstieg ins Elbtal
Vom Großen Winterberg beginnt nun der Abstieg in das Elbtal. Zunächst führt der Weg über die asphaltierte Zufahrtsstraße. Auf der rechten Seite liegt ein Feuerlöschteich, der bei Waldbränden in der Vergangenheit bereits gute Dienste geleistet hat. Im Frühjahr ist die Wasseroberfläche häufig vollständig von einem grünen Teppich aus Wasserlinsenkraut, auch "Entengrütze" genannt, bedeckt. Hier halten sich außerdem Flugenten auf und im Wasser sind zahlreiche Frösche zu finden.
An dieser Stelle biegen wir noch nicht rechts auf den als Malerweg ausgeschilderten Waldweg ab. Stattdessen folgen wir der Fahrstraße noch etwa *400 Meter. Dann liegt auf der rechten Seite das Felsmassiv mit der Kipphornaussicht.
Die Kipphornaussicht
Die Kipphornaussicht ist der südlichste Aussichtspunkt im Nationalpark Sächsische Schweiz. Von hier bietet sich ein
270°-Panoramablick. Man kann den Verlauf der Elbe von Belvedere bis Prossen verfolgen. Auf der gegenüberliegenden Elbseite reihen sich die Tafelberge aneinander – vom
Hohen Schneeberg in der Böhmischen Schweiz, den
Zschirnsteinen bis zum Lilienstein bei Königstein. Zusätzlich eröffnet sich nach rechts ein guter Blick in den Schmilkaer Kessel, auf den Rauschenstein und die
Schrammsteine. Nach dem Aussichtspunkt kehren wir zum Malerweg zurück. Der weitere Abstieg führt über steile Holztreppen durch den dichten Buchenwald. Im unteren Teil ist der Bergsteig mit grobem, jahrhundertealtem Steinpflaster befestigt. Vor allem bei Nässe ist hier besondere Vorsicht erforderlich.
Ziel in Schmilka
Schließlich mündet unser Wanderweg gegenüber der Nationalpark-Infostelle Forsthaus in den Ort. Hier wird man unmittelbar von verschiedenen gastronomischen Angeboten empfangen. An der Ilmenquelle besteht außerdem die Möglichkeit, die müden Füße im Wasser zu kühlen.
Schmilka wird zunehmend gastfreundlicher. Rund um die
ehemalige Mühle wurden zahlreiche Gebäude mit viel Aufwand und Liebe zum Detail restauriert. Zu besonderen Veranstaltungen, beispielsweise zum Mühlenfest, finden hier im Biergarten musikalisch und kulinarisch begleitete Veranstaltungen statt.
Am Eiskaffee vorbei erreichen wir schließlich die Bundesstraße. Hier endet die 5. Etappe des Malerweges. Für die Weiterfahrt gelangt man mit der Elbfähre zum S-Bahn-Haltepunkt Schmilka-Hirschmühle.